Hier finden Sie alle Anträge und Prüfanträge, die unsere Stadträte – teilweise gemeinsam mit anderen Stadträten – in den Aschaffenburger Stadtrat eingebracht haben.

10.06.2026
Sicherung des Ausbildungsstandortes Aschaffenburg – Bedarfserhebung Azubi-Wohnen und Prüfung der Trägerschaft durch die Stadtbau Aschaffenburg GmbH

gemeinsamer Antrag FDP/FW

Sicherung des Ausbildungsstandortes Aschaffenburg – Bedarfserhebung Azubi-Wohnen und Prüfung der Trägerschaft durch die Stadtbau Aschaffenburg GmbH

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

der Stadtrat wolle beschließen:

1. Die Verwaltung wird beauftragt, eine Bedarfserhebung zum Wohnraumbedarf für Auszubildende in Aschaffenburg durchzuführen. Hierbei sind die ansässigen Ausbildungsbetriebe sowie die Kammern (IHK, HWK) und die Gewerkschaften einzubeziehen, um das Ausmaß des konkreten Azubi-Wohnraumbedarfs valide zu ermitteln.

2. Die Verwaltung prüft gemeinsam mit der Stadtbau Aschaffenburg GmbH, unter welchen Voraussetzungen diese als Projektträger für die Errichtung und den Betrieb eines Azubi-Wohnheims fungieren kann. 

3. Die Verwaltung erarbeitet ein Konzept für flankierende Maßnahmen zur kurzfristigen Entlastung des Wohnungsmarktes für Auszubildende, insbesondere die Einrichtung einer digitalen Azubi-Wohnungsbörse nach dem Vorbild erfolgreicher Kommunen (z. B. Dortmund oder Fulda). 

4. Aufgrund der zum Jahresende auslaufenden Förderprogramme (insbesondere im Hinblick auf Bundes- und Landesmittel zur Wohnraumförderung) ist dem Stadtrat spätestens in der September-Sitzung über die Ergebnisse zu berichten, um die Antragsfähigkeit der Kommune sicherzustellen.

 

Begründung: 

Der Fachkräftemangel hat sich zu einem Risiko für die Aschaffenburger Wirtschaft entwickelt. Aufgrund des demografischen Wandels muss künftig zur Besetzung von Lehrstellen das Einzugsgebiet vergrößert werden. Ein wesentliches Hindernis hierbei ist jedoch der Mangel an bezahlbarem Wohnraum für junge Auszubildende, die für ihre Lehre nach Aschaffenburg ziehen möchten. 

Während für Studierende bereits spezialisierte Wohnformen existieren, sind Auszubildende auf dem regulären Wohnungsmarkt oft chancenlos. Um hier gegenzusteuern, müssen wir den konkreten Bedarf am Standort kennen und die Realisierung eines Azubi-Wohnheims prüfen. Andere Kommunen haben derartige Maßnahmen bereits erfolgreich umgesetzt, von niederschwelligen Angeboten wie Wohnungsbörsen, bis hin zu Wohnheimen mit pädagogischer Betreuung. Die Stadtbau Aschaffenburg GmbH ist hierfür die potenzielle Partnerin, um als kommunale Akteurin bezahlbaren und qualitativen Wohnraum sicherzustellen. 

Zudem kann eine Wohnungsbörse kurzfristig Entlastung schaffen, indem sie private Vermieter und Auszubildende gezielt vernetzt und Barrieren (wie z. B. Maklergebühren oder überzogene Bürgschaftsforderungen) durch städtische Moderation abbaut.

Dringlichkeit: 

Aktuell stehen attraktive Fördergelder (z. B. über das Programm „Junges Wohnen“) zur Verfügung. Da wesentliche Förderfenster zum Jahresende 2026 auslaufen bzw. neu kontingentiert werden, ist ein sofortiges Handeln der Verwaltung zwingend erforderlich. Ein Verzug über das vierte Quartal hinaus würde das Risiko bergen, erhebliche Drittmittel für den Standort Aschaffenburg zu verlieren und damit die Finanzierbarkeit eines Projektes unnötig zu gefährden.

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