In der Stadtratssitzung am 5. Oktober 2026 hat die Verwaltung über die Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans aus dem Jahr 2021 berichtet. Anlass waren unter anderem zwei überparteiliche Anträge, welche gemeinsam mit Karsten Klein (FDP), Gerald Otter (CSU), Dieter Gerlach (SPD) und Veit Kolb eingereicht wurden.
Vieles ist bereits umgesetzt. Die Hilfsfristen wurden im ersten Halbjahr 2026 vollständig eingehalten. Seit 2024 ist die Ständige Wache mit zehn hauptamtlichen Kräften besetzt. Die „Feuerwehr-Rente“, mit der Aschaffenburg in Bayern Vorreiter ist, würdigt die Ehrenamtlichen für ihre Arbeit. Derzeit sind 210 Feuerwehrleute einsatzfähig und die Jugendfeuerwehr ist auf 83 Mitglieder gewachsen. 2020 waren es noch 48. Auch Fahrzeuge, Schutzkleidung und Atemschutztechnik wurden in großem Umfang erneuert.
Bei den Gebäuden besteht dagegen großer Nachholbedarf. Besonders kritisch ist die Lage in Gailbach. Das Gerätehaus stammt aus dem Jahr 1900 und entspricht nicht mehr den heutigen Vorgaben zum Arbeits- und Gesundheitsschutz. Es fehlen getrennte Umkleiden, ein Schutz vor Dieselabgasen, Stellplätze und Lagerflächen. Die Regierung von Unterfranken hat außerdem mitgeteilt, dass Fahrzeuge und Ausstattung dort unter den jetzigen baulichen Bedingungen dauerhaft nicht gefördert werden.
Bereits 2022 hat die Feuerwehr die Löschzüge Gailbach und Schweinheim zusammengelegt. Mit 41 Einsatzkräften und 24 Jugendlichen ist der gemeinsame Löschzug heute gut aufgestellt. Für ein gemeinsames Gerätehaus wurde ein möglicher Standort gefunden: „Am Königsgraben / Abzweig Elterhöfe“. Dort gehört der Stadt bereits ein Großteil der Flächen, und eine erste Entwurfsplanung liegt vor. Die Verwaltung hält den Neubau für zwingend erforderlich.
Auch die Hauptfeuerwache und das Gerätehaus Leider/Nilkheim haben erheblichen Bedarf. Die baulichen Maßnahmen werden nun im Planungs- und Verkehrssenat weiter beraten. Dazu gehört auch ein offenes Wort: Der städtische Haushalt ist derzeit extrem angespannt. Nicht alles, was nötig ist, wird sich schnell umsetzen lassen. Deshalb muss klar priorisiert werden, und für Gailbach muss geprüft werden, welche Schritte und Fördermöglichkeiten realistisch sind.
Ich werde das Thema weiter begleiten und darüber berichten.
Veit Kolb, Stadtrat